Kulturerbeforschung
Fraunhofer-Institut für Holzforschung
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Figur des Philippos Arrhidaios, um 320 v. Chr.
Mit freundlicher Genehmigung des Herzog Anton Ulrich-Museums, Braunschweig
© Fraunhofer WKI
Wir forschen für den Erhalt unseres kulturellen Erbes
Geschichte und Identität der Menschheit spiegeln sich in den verschiedensten Zeugnissen unseres kulturellen Erbes wider. Diese Denkmäler durch Forschung zugänglich zu machen und für nachfolgende Generationen zu bewahren, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und interdisziplinäre Herausforderung.
Am Fraunhofer WKI werden naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden für die Anwendung auf Kunst- und Kulturgut modifiziert und neue Lösungsansätze sowie Bewertungsstrategien für den Erhalt unseres kulturellen Erbes entwickelt. Dies gilt insbesondere für die Themenbereiche Innenraumhygiene, zerstörungsfreie Prüfung und Bauphysik.
Innenraumluftschadstoffe in musealen Einrichtungen
Baudenkmäler und mobiles Kulturgut sind gleichermaßen durch den Klimawandel und den Einfluss luftgetragener Schadgase gefährdet.
Der Fachbereich Materialanalytik und Innenluftchemie
- analysiert flüchtige und schwerflüchtige organische Verbindungen, organische Säuren und Formaldehyd in der Innenraumluft von Ausstellungs- und Depoträumen sowie in Museumsvitrinen
- führt Staub- und Partikelmessungen sowie Untersuchungen des Raumklimas durch
- beurteilt die Innenraumsituation anhand verfügbarer Richt- und Referenzwerte sowie des aktuellen Wissensstands zu Schadensmechanismen
Kenntnisse über das Emissionspotenzial von Werkstoffen, die in unmittelbarer Umgebung von Sammlungsgut eingesetzt werden, erlauben eine gezielte Beeinflussung von Raum- und Mikroklimata.
Hierfür stehen zur Verfügung:
- Emissionsprüfkammern und -zellen
- Standardisierte Analysen- und Probenahmetechniken
Besondere Forschungsschwerpunkte sind:
- Raumluftqualität in Museen und Emissionen in Museumsvitrinen
- Einsatz von Sorbentien zur Reduzierung von Luftschadstoffen
- Biozidbelastungen musealer Räume und Exponate
Zerstörungsfreie Prüfung von Kulturgütern
Bei der Untersuchung und Erforschung von Denkmälern und Museumsobjekten sowie bei der Dokumentation restauratorischer Eingriffe sind häufig zerstörungsfreie Analysemethoden nötig. Einen innovativen Beitrag hierzu liefert die aktive Infrarot-Thermographie. Im Unterschied zu anderen physikalischen Verfahren macht sie Unterschiede in Wärmekapazität und -leitfähigkeit sichtbar und wirft keinerlei Sicherheitsprobleme auf. Dieses Verfahren zur zerstörungsfreien Prüfung wurde am Fraunhofer WKI entwickelt und wird u. a. bei der Untersuchung von Ikonen, Terrakotten und historischem Mobiliar eingesetzt. Insbesondere Wasserzeichen können besser dargestellt werden, da die Dichteunterschiede im Papier mit Hilfe der thermographischen Transmission untersucht werden können.
Gekoppelter Transport von Wärme und Feuchte
Eine zentrale Frage der Bauphysik ist das thermo-hygrische Verhalten von Werkstoffen. Dies gilt in besonderem Maße für historische Gebäude. Für historische Gebäude und hölzerne Kulturgüter ist die Reaktion auf wechselnde Umweltbedingungen hinsichtlich Temperatur und Luftfeuchtigkeit von großer praktischer Bedeutung.
Am Fraunhofer WKI wird der gekoppelte Transport von Wärme und Feuchte auch durch numerische Simulation untersucht.
Messtechnik zur Verifikation der Simulationen sowie zur Überprüfung von Bauwerksteilen in realer Größe in Doppelklimakammern ist ebenfalls vorhanden.



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