Presseinformation
Fraunhofer-Institut für Holzforschung
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Formaldehyd - eine länderübergreifende Herausforderung für die Holzwerkstoffbranche
Braunschweig 26.2.2009
Ein Erfolg war der vom Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI mit Unterstützung des Internationalen Vereins für Technische Holzfragen (iVTH) veranstaltete Formaldehyd-Workshop in Hannover. Am 23. und 24. Februar 2009 trafen sich 120 Teilnehmer aus 18 Ländern, um sich bei zwölf Vorträgen über die aktuellen Entwicklungen, Gesetze und Standards zum Thema Formaldehyd zu informieren. Der Workshop-Charakter der Veranstaltung ermöglichte intensive und fruchtbare Diskussionen zwischen den Teilnehmern und Referenten.
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- Videokonferenz mit Jim Aguila aus Kalifornien im Tagungssaal des MARITIM Grand Hotels, Hannover.
© Fraunhofer WKI
Ein Schwerpunkt der Veranstaltung war der Austausch mit dem Repräsentanten der kalifornischen Umweltschutzbehörde »California Environmental Protection Agency - Air Resources Board«, Jim Aguila. Aguila war per Videokonferenz zugeschaltet und beantwortete nach seinem Vortrag zu den Grundsätzen der CARB-Regulierung die zahlreichen Fragen der Teilnehmer (s. Foto).
In den weiteren Vorträgen ging es unter anderem um den europäischen EPF-S-Standard und die Erfahrungen mit den europäischen und amerikanischen Testverfahren aus gemeinsamen Projekten. Referenten aus der Industrie stellten Maßnahmen zur Reduzierung der Formaldehydabgabe und die Anforderungen der Holzwerkstoffbranche an die Regularien vor. Die Kundensicht legte der schwedische Möbelhersteller IKEA dar: sein Ziel sind Möbel, die genauso wenig Formaldehyd enthalten wie natürliches Holz. Referenten aus CARB-anerkannten Prüfinstituten berichteten außerdem über ihre Erfahrungen mit dem Zertifizierungsprozess.
Nach Ende des öffentlichen Workshops fand ein Treffen der nach CARB anerkannten Third-Party-Certifier statt. Hier konnten offene Fragen der Prüfinstitutionen noch einmal per Video-Konferenz mit Jim Aguila von der CARB-Behörde erörtert werden.
Nach den Richtlinien der Regierungsstelle CARB (California Air Resources Board) wird ab 2009 in Kalifornien die Formaldehydabgabe von Spanplatten, Faserplatten und bestimmten Sperrhölzern in zwei Stufen neu reguliert. In der Endstufe müssen zum Beispiel Spanplatten einen fast vierzig Prozent niedrigeren Emissionswert aufweisen als in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Der Nachweis der Einhaltung der Grenzwerte ist vom Spanplattenhersteller vierteljährlich nach amerikanischen Prüfverfahren über das so genannte Third-Party-Certification-Verfahren zu erbringen.
Das Fraunhofer-Institut für Holzforschung wurde 1946 in Braunschweig gegründet und bearbeitet in enger Kooperation mit mittelständischen Unternehmen der Holz- und Möbelwirtschaft sowie den Zulieferindustrien aktuelle und zukunftsorientierte Aufgaben. Sie dienen der optimalen Nutzung von Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen sowie die Qualitätsverbesserung der hergestellten Produkte; dazu zählen auch die Aspekte Verleimung, Oberflächenbehandlung, Holzschutz und Emissionen. Das Fraunhofer WKI wurde im August 2008 als erste europäische Prüfstelle als Third Party Certifier von CARB anerkannt.


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