Presseinformation
Fraunhofer-Institut für Holzforschung
Presseinformation
6. Studienpreis Holzwerkstoffforschung in Köln verliehen
Braunschweig / Gießen 18.7.2011
Diplom-Ingenieur Lars Richter aus Hildesheim wurde mit dem Studienpreis Holzwerkstoffforschung 2011 ausgezeichnet. Der mit insgesamt 1500 Euro dotierte Preis wurde im Rahmen des vom Fraunhofer-Instituts für Holzforschung WKI und dem Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI) veranstalteten 3. Innovationsworkshops zur Interzum am 24. Mai in Köln verliehen. Wie in den Vorjahren ist der Förderverein Holzwerkstoff- und Holzleimforschung e.V. in Gießen Stifter des Preises.
-
- Hubertus Flötotto, Vorsitzender des Fördervereins Holzwerkstoff- und Holzleimforschung e.V., Preisträger Dipl.-Ing. Lars Richter, Bohumil Kasal vom Fraunhofer WKI und Rainer Marutzky, iVTH e.V. (v.l.n.r.)
© Fraunhofer WKI
Das mit Vertretern der forschenden Holzwerkstoffindustrie und Wissenschaft besetzte Preiskomitee zeichnete die Arbeit von Dipl.-Ing. Lars Richter mit dem Titel „Thermohydrolytisch behandelte Recyclingholzhackschnitzel als Rohstoff für Spanplatten“ aus, die am Fachbereich Holztechnik der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde entstanden ist.
Die Diplomarbeit von Herrn Richter befasst sich mit dem bisher in der Industrie noch nicht eingesetzten Verfahren der Dampfbehandlung nach Kaltwasserlagerung von Recyclingholzhackschnitzeln aus gebrauchten Holzpaletten für die Spanplattenproduktion.
Untersucht wurden die Geometrien der aus gedämpftem und ungedämpftem Material hergestellten Späne sowie die hygrisch-mechanischen Eigenschaften damit gefertigter Spanplatten. Dabei konnte Herr Richter nachweisen, dass die der Dämpfung vorgeschaltete Kaltwasserlagerung die Spangeometrien statistisch zwar nicht signifikant nachweisbar verbesserte, die Zerspanung aber zu tendenziell längeren Spänen führte. Die mechanischen und hygrischen Eigenschaften der Spanplatten werden hingegen durch die Kaltwasserlagerung mit Verbesserungen bis zu 20 Prozent erkennbar positiv beeinflusst. Die Dämpfung verstärkt diese positiven Effekte noch in geringem Maße, ist prozesstechnisch aber nicht mehr relevant.
Herr Richter hat in seiner Arbeit die Eignung von Palettenholz als Rohstoff für Spanplatten bestätigt und gezeigt, wie durch den vergleichsweise einfachen Schritt der Kaltwasserlagerung die Eigenschaften damit gefertigter Spannplatten positiv beeinflusst werden können. Er konnte weiterhin nachweisen, dass eine zusätzliche Dämpfung der Hackschnitzel keine wesentlichen Verbesserungen bewirkt.
Überreicht wurde der Preis, dessen Ziel die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Holzwerkstoff- und Holzleimforschung ist, von Hubertus Flötotto als Vorsitzendem des Fördervereins Holzwerkstoff- und Holzleimforschung e.V., Professor Rainer Marutzky, iVTH e.V. und Professor Bohumil Kasal, dem Leiter des Fraunhofer WKI.
Inzwischen zum sechsten Mal wurde damit eine herausragende Diplomarbeit prämiert, die sich mit der Herstellung, Anwendung und den Eigenschaften von Holzwerkstoffen und Holzleimen beschäftigt.


Social Bookmarks