Holzwerkstoff- und Naturfaser-Technologien

Forschungsprojekt

BASAJAUN – Effizienter Holzbau-Wertschöpfungskreislauf bringt ökologische und ökonomische Vorteile für Stadt und Land 

Gebäude aus Holz sind gut für das Klima und schonen die Ressourcen der Erde. Doch auch Holz ist nicht unbegrenzt verfügbar und Wälder sind wertvolle Ökosysteme für Tiere und Pflanzen. Wie lässt sich also die Nutzung von Holzressourcen des Waldes so optimieren, dass man für den Bau eines Hauses möglichst wenig Waldfläche verbraucht? Welche Baumaterialien benötigt man dafür und was lässt sich durch Recycling einsparen? Welche ökologischen und ökonomischen Vorteile bringt dies für Stadt und Land? Das sind die zentrale Fragen in diesem internationalen Projekt. Ziel ist der Bau von zwei Demo-Häusern. Am Fraunhofer entwickeln wir hierfür flammgeschützte Bio-Materialien.

Grafik zeigt einen Wald, einen Holzstapel, eine Fabrik und ein Haus als Icons; die Icons sind durch einen Pfeil miteinander verbunden, der an beiden Enden eine Pfeilspitze hat.
© Fraunhofer WKI | Manuela Lingnau
Von einem effizienten Holzbau-Wertschöpfungskreislauf könnten Stadt und Land profitieren.
Grafische Darstellung der Arbeitspakete als Kästen mit Verbindungspfeilen.
PERT-Diagramm zeigt die Arbeitspakete des Projekts und wie sie in Verbindung stehen. Das Fraunhofer WKI beteiligt sich an der Entwicklung von innovativen Materialien (Arbeitspaket 4).

Das Projekt BASAJAUN umfasst folgende Schritte:

  • Entwicklung von ressourcenschonenden Baumaterialien (Wärmedämmung, Verbundwerkstoffe, gedämmte Strukturbauteile, Lacke) und Bauteilen (Tragwerk, Fassaden, Böden, Wände, Dach und Verbindungsmittel) auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen und Reststoffen
  • Bau von zwei vierstöckigen Gebäuden mit jeweils 16 Wohnungen als Demonstrationsobjekte
  • Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette vom Wald bis zum Gebäude
  • Untersuchungen der Auswirkungen auf die ländliche Entwicklung auf regionaler Basis
  • Berechnung der Ökobilanz aller Produkte entlang der Wertschöpfungskette
  • Webseite mit Informationen zur Einbindung von Interessengruppen aus ländlichen Regionen und städtischen Siedlungen

Am Fraunhofer WKI entwickeln wir flammgeschützte Baumaterialien. Als Rohstoffe nutzen wir Holzabfälle, recycelte Polymere und Bio-Polymere. Daraus stellen wir Compounds und thermoplastische Verbundwerkstoffe her, die in den beiden Demo-Häusern zu Einsatz kommen. Damit erweitern wir die Möglichkeiten, Gebäude aus nachhaltigen Materialien bauen und gleichzeitig Brandschutzauflagen erfüllen zu können.

Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von rund 12,1 Millionen Euro, davon sind rund 10 Millionen Euro Fördermittel der Europäischen Union. Koordinator des Projekts ist das spanische Forschungsinstitut »TECNALIA Research & Innovation«. TECNALIA hatte zuvor schon einige Forschungsprojekte koordiniert, auf denen das neue Projekt BASAJAUN aufbaut. Eines der Vorläufer-Projekte war High durable and fire performance WPC for ventilated facades (HIFIVENT), an dem das Fraunhofer WKI beteiligt war.

Der offizielle Titel des Projekts lautet »BASAJAUN - Building A SustainAble Joint between rurAl and UrbaN Areas Through Circular And Innovative Wood Construction Value Chains«. Der Kurztitel »BASAJAUN« ist eine Anspielung auf eine Sagenfigur aus der baskischen Mythologie: ein haariger Riese, der im Wald lebt. Man nennt ihn auch »Herr des Waldes«. 

Projektpartner

In diesem Projekt arbeiten Holzverarbeitungsunternehmen, Forschungseinrichtungen, Verbände und öffentliche Stellen zusammen. Insgesamt beteiligen sich 30 Partner aus 12 Ländern. Mehr Informationen zu den Partnern finden Sie hier:

Projektsteckbrief auf der CORDIS-Projektplattform der EU

Förderung

Dieses Projekt erhält eine Förderung im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms »Horizon 2020« der Europäischen Union unter der Fördernummer 862942.

Laufzeit: 1.10.2019 bis 1.10.2023