Holzwerkstoff- und Naturfaser-Technologien

Forschungsprojekt

InsectDetect – Detektion aktiver Schadinsekten im Holzhandel

Durch die Globalisierung des Holzhandels und den Klimawandel steigt die Gefahr, dass holzzerstörende Insektenarten eingeschleppt werden, sich schnell ausbreiten und dadurch große Schäden in deutschen Wäldern anrichten. Bisherige Kontrollverfahren für den Holzhandel sind nicht ausreichend. Ziel unseres Forschungsprojektes ist es daher, ein effektives Kontrollverfahren zu entwickeln, um damit den Holzhandel und die Fortwirtschaft zu unterstützen.

© Fraunhofer WKI | Dr.-Ing. Burkhard Plinke
Schallemissionssensor an befallener Holzprobe
© Fraunhofer WKI | Dr.-Ing. Burkhard Plinke
Langzeitauswertung für eine aktive Larve

Holzzerstörende Insekten, wie beispielsweise der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) können durch den globalisierten Handel über befallenes Schnitt- oder Verpackungsholz ungewollt importiert werden. Aufgrund des Klimawandels finden sie in Mitteleuropa zunehmend bessere Lebensbedingungen, haben aber bisher keine natürlichen Feinde und können sich daher schnell ausbreiten.

In diesem Forschungsprojekt entwickeln und erproben wir ein effektives Kontrollverfahren zur Überprüfung von Importwaren bzw. holzbasierten Verpackungen auf Befall von Schadinsekten. Dies soll z. B. von Holzhändlern und Überwachungsbehörden eingesetzt werden können. Angestrebtes Projektziel ist eine praxistaugliche und wirtschaftliche Erkennungsmethode, die eine visuelle Begutachtung von Lieferungen und eine zusätzliche akustische Prüfung von Verdachtsproben umfasst.

 

Stufe 1 – Visuelle Begutachtung der Lieferung

In der ersten Stufe des Kontrollverfahrens sollen Importe von Holzwaren und holzbasierten Verpackungen visuell begutachtet werden. Bei Verdacht auf Befall sind Proben für die weitere Prüfung (Stufe 2) auszuwählen und zu entnehmen.

Im Rahmen des Forschungsprojekts entwickeln wir eine Strategie für die Sichtprüfung und eine Handlungsanweisung zur Probenauswahl anhand einfach feststellbarer visueller Befallsmerkmale (sichtbare Imagines, Larven, Bohrlöcher, Fraßgänge, Bohrmehl etc.). Hier kann man sich auf das übliche gutachterliche Fachwissen stützen, das bei der Schadensanalyse in Holzbauten angewandt wird.

Stufe 2 – Akustisches Verfahren zur Prüfung von Verdachtsproben

In der zweiten Stufe des Kontrollverfahrens soll ein akustisches Verfahren zur Anwendung kommen, um den aktiven Befall anhand der Schallemissionen von Insektenlarven bei der Nahrungsaufnahme festzustellen.

Es ist bekannt, dass fressende Larven in Massivholz von außen messbare Körperschallemissionen verursachen und durch Analyse der Emissionsmuster über einen gewissen Zeitraum die Vitalität der Larven festgestellt werden kann.

Wir werden dieses Verfahren adaptieren und weiterentwickeln. Dabei verfolgen wir folgenden Ansatz: Die Verdachtsproben werden für einen bestimmten Zeitraum in einer temperierten und schallisolierten Prüfkammer gelagert, mit Körperschallsensoren bestückt und auf Schallemissionen überwacht. Ziel ist es, die Lagerdauer in der Prüfkammer möglichst gering zu halten (maximal einige Tage, möglichst kürzer), um die Prüfung möglichst wirtschaftlich zu gestalten.

Projektpartner

Vallen Systeme GmbH

SHR B.V.

MPA Eberswalde

Dr. Uwe Noldt

LWF Bayern

Förderung

Fördermittelgeber:
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen des Waldklimafonds

 

Projektträger:
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR)

 

Förderkennzeichen:
22WK412101

 

Laufzeit:
1.10.2018 bis 30.9.2020