Holzwerkstoff- und Naturfaser-Technologien

Forschungsprojekt

Stoffliches Recycling von Wood-Polymer Composites

Grundsätzlich werden WPC als recyclingfähige Produkte vermarktet. Eine konkrete abfallrechtliche Zuordnung von WPC existiert bisher jedoch nicht. Die Wertstoffhöfe werden mit steigenden Mengen an WPC konfrontiert, die nicht zugeordnet werden können. In diesem Forschungsprojekt soll der Frage nachgegangen werden, ob eine erneute stoffliche Nutzung („end-of-life-recycling“) von WPC technisch umsetzbar ist. 

© Fraunhofer WKI

Beim Recycling unterscheidet man grundsätzlich zwischen zwei Varianten, dem “internal recycling“, in dem Produktionsreste, d. h., relativ unbeschädigtes Material, bei der Produktion wiederverwertet werden, und dem „end-of-life recycling“, bei dem Materialien nach einer gewissen Nutzungsdauer stofflich oder energetisch wiederverwertet werden (s. Abb. links).

In der Praxis wird „internes Recycling“ bereits von vielen WPC-Herstellern betrieben, nicht zuletzt aus Kostengründen. WPC können aufgrund der eingesetzten thermoplastischen Polymere stofflich recycelt, also gemahlen, aufgeschmolzen und erneut extrudiert werden. Einige deutsche WPC-Hersteller bieten eine kostenlose Rücknahme ihrer eigenen Produkte an. Die meisten Hersteller empfehlen bei kleineren zu entsorgenden WPC-Mengen eine Entsorgung über den Hausmüll und bei größeren Mengen entweder die Entsorgung als stofflich wiederverwertbares Altholz oder die thermische Nutzung („energetisches Recycling“). 

Bei WPC und naturfaserverstärkten Kunststoffen wurden nach unseren Recherchen bisher nur im Bereich des „internal recycling“ Untersuchungen durchgeführt. In diesem Forschungsprojekt soll der Frage nachgegangen werden, ob eine erneute stoffliche Nutzung („end-of-life-recycling“) von WPC technisch umsetzbar ist. Hierbei sollen unter anderem die folgenden Fragestellungen beantwortet werden:

  • Wie verändern sich die Eigenschaften von WPC nach Gebrauchsdauer?
  • Wofür können WPC nach Gebrauchsdauer eingesetzt werden? Ist die weitere, anteilige Verwendung in neuen Produkten (Terrassendielen; co-extrudierte Profile, Spanplatten) technisch realisierbar?
  • Wie sind WPC-Rezepturen und Prozessparameter bei anteiligem Einsatz gebrauchter WPC in neuen Produkten und Anwendungen anzupassen?
  • Kann Nah-Infrarot (NIR)-Technik zur Erkennung von WPC verwendet werden?

Förderung:

Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (IGF-Vorhaben-Nr. 17411N) über den Internationalen Verein für Technische Holzfragen (iVTH) e.V.

Einige Teilnehmer des projektbegleitenden Ausschusses:

Ametek, Gewotech, Kosche Profilummantelung, Möller GmbH & Co. KG, Natur-in-Form GmbH, Ngr – Next Generation Recyclingmaschinen, Werzalit GmbH & Co. KG, Inoutic / Deceuninck GmbH, Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI), Bundesverband der Altholzaufbereiter und –verwerter (BAV), Süddeutsches Kunststoff-Zentrum (SKZ).