Anwendungszentrum für Holzfaserforschung HOFZET

Aktuelles

Juni 2017

Doppelgreifer-Webmaschine

Eine neue Doppelgreifer-Webmaschine mit Jaquardaufsatz erweitert das Forschungs- und Entwicklungsspektrum des Anwendungszentrums für Holzfaserforschung HOFZET. Wir sind nun in der Lage, innovative Leichtbau-Verbundmaterialien mit komplexen, anwendungsspezifischen Gewebestrukturen und integrierten Funktionen herzustellen. Der Einsatz nachhaltiger Materialien unter ökonomischen und ökologischen Aspekten gehört zu den wichtigsten Forschungsaufgaben des HOFZET. Diese Maschine ermöglicht es, herkömmliche und nachhaltige Materialien wirtschaftlich effizient und technisch komplex zu kombinieren. Einsatzgebiete sind in der Hauptsache die Automobil-, Bau- und Freizeitindustrie sowie alle Bereiche, in denen Verbundwerkstoffe einen Vorteil erzielen.

© Foto Fraunhofer WKI | Marek Kruszewski

Kontrolle der Kettfäden hinsichtlich möglicher Fadenbrüche

© Foto Fraunhofer WKI | Marek Kruszewski

Überprüfung der Garnspannung im Spulengatter

Mittels der komplexen Webtechnik können wir Gewebe unterschiedlicher Bindungen aus Garnen, Filamenten und Rovings herstellen. Die moderne Jacquardtechnologie ermöglicht es, die zu verarbeitenden Garne individuell anzusteuern, sodass eine enorme Bindungsvielfalt realisierbar ist. Mit der Webmaschine ist es zudem möglich, mehrlagige Gewebe und dreidimensionale Strukturen in einem Arbeitsschritt herzustellen. Neben konventionellen Verstärkungsfasern wie Carbon und Glas lassen sich auch Naturfasern in einem Schritt  in den Geweben miteinander kombinieren. Diese sogenannten Hybridgewebe vereinen gezielt die Vorteile biobasierter Materialien mit denen herkömmlicher Fasern. Im Hinblick auf eine spätere Verarbeitung zu Verbundwerkstoffen ist es außerdem möglich, thermoplastische Garne direkt im Webprozess einzusetzen. Diese können im weiteren Verlauf durch einen Thermoformprozess direkt weiterverarbeitet werden. Zusätzlich können Funktionen direkt in das Gewebe bzw. das Halbzeug integriert werden. Das können beispielsweise leitfähige Garne oder Drähte sein, welche als Sensoren oder Leiterbahnen dienen. Durch die gleichzeitige Verarbeitung verschiedener Materialien lassen sich diverse Arbeitsschritte zusammenfassen und Herstellungskosten erheblich reduzieren.

Die Webmaschine steht im Fraunhofer-Projektzentrum Wolfsburg. Im Rahmen der »Open Hybrid Lab Factory e.V. (OHLF)« wird hier die gesamte Prozesskette für Leichtbaustrukturen im Automobil entwickelt und für die Großserienproduktion erprobt. Die Webmaschine ist Teil der »Textilen Fertigungskette«.  Aktuell kommt sie unter anderem in unserem Forschungsprojekt »ProBio« zum Einsatz.

 

 

 

Die Webmaschine steht im Fraunhofer-Projektzentrum Wolfsburg. Im Rahmen der »Open Hybrid Lab Factory e.V. (OHLF)« wird hier die gesamte Prozesskette für Leichtbaustrukturen im Automobil entwickelt und für die Großserienproduktion erprobt. Die Webmaschine ist Teil der »Textilen Fertigungskette«.  Aktuell kommt sie unter anderem in unserem Forschungsprojekt »ProBio« zum Einsatz.

Technische Daten

  • Doppelgreifer
  • Jacquard-Aufsatz
  • Realisierung von Webbreiten bis zu 50 cm
  • Spulengatter für 3456 Spulen

Herstellungsmöglichkeiten technischer Gewebe

  • Zweidimensionale Gewebe
  • Mehrlagengewebe
  • Abstandsgewebe (Abstände bis zu 40 mm)
  • Hybridgewebe
  • Integration von Matrixgarnen im textilen Halbzeug