Materialanalytik und Innenluftchemie

Forschungsprojekt

Einfluss von Holz und Holzbaustoffen auf die Innenraumluftqualität

Holz setzt flüchtige organische Verbindungen frei: Was als typischer Holzgeruch in Innenräumen wahrnehmbar ist, schlägt sich auch in messbaren Werten wieder. Derzeit werden Baustoffe nur einzeln geprüft. In realen Einbausituationen kann es jedoch zu Wechselwirkungen oder Nebenreaktionen kommen. Ziel des Gesamtvorhabens ist die Erarbeitung eines Vorschlags für die Vorgehensweise bei der Bewertung von CE-gekennzeichneten Holzwerkstoffen und technisch getrocknetem Brettsperrholz im Hinblick auf die Abgabe von Stoffen an die Innenluft. Im Teilvorhaben des Fraunhofer WKI steht dabei die Entwicklung neuer Untersuchungsverfahren im Hinblick auf die Sicherstellung der Einhaltung bestehender Richtwerte für die Bewertung der Qualität der Innenraumluft sowie die sichere Einstufung der Holzwerkstoffe hinsichtlich ihrer Gesundheitsverträglichkeit im Vordergrund.

Die Ergebnisse sollen als Grundlage für Handlungsempfehlungen beim baulichen Einsatz von Holzprodukten dienen. 

© Fraunhofer WKI | Manuela Lingnau

Transport eines Verbundbauteils (Wandstück) in die 30m³-Emissionsprüfkammer des Fraunhofer WKI

© Fraunhofer WKI | Manuela Lingnau

Die Emissionsmessung am Verbundbauteil erfolgt in der Prüfkammer des Fraunhofer WKI unter standardisierten Bedingungen über einen Zeitraum von 4 Wochen bzw. 3 Monaten (Langzeitversuch)

In diesem Projekt gehen wir der Frage nach, wie sich die Emissionen von Holz und Holzwerkstoffen über einen längeren Zeitraum hinweg entwickeln und im Hinblick auf die Innenraumluft in der realen Einbausituation relevant sind. Die gängigen Bewertungschemata für Bauprodukte sehen für die Bewertung der Langzeitemission eine Prüfung nach 28 Tagen vor. Dieser Messwert allein ist möglicherweise nicht repräsentativ für die Beurteilung des Langzeitemissionsverhaltens von Holz und Holzwerkstoffen, da er deren Beitrag zur Qualität der Innenraumluft möglicherweise unzureichend abbildet.

In dem vom Fraunhofer WKI betreuten Projektteil messen wir Emissionen aus Baustoffen zunächst individuell nach herkömmlichen Verfahren. Anschließend erfolgen Untersuchungen von Wechselwirkungen einzelner Bauteile im Verbund. Im Fokus steht hierbei die Betrachtung der Emissionen eines solchen Verbundes, beispielweise einer Wand, über einen längeren Zeitraum sowie deren Auswirkung auf die Innenluftqualität. Um dennoch standardisierbare Randbedingungen einstellen zu können, werden die Untersuchungen in großen Prüfkammern durchgeführt. Zur Verifikation der Untersuchungsergebnisse nehmen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Thünen-Institut parallel Messungen an realen Gebäuden vor, die aus den gleichen Materialien aufgebaut wurden. Zur Realisierung der Aufbauten erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit Verbänden der Holzindustrie und Holzhausherstellern sowie deren Zulieferern.

Aufgaben des Fraunhofer WKI:

  • Definition eines Szenarios in großen Prüfkammern im Modellraum der Normung zur Simulation von Realraumbedingungen
  • Prüfung aller eingesetzten Baustoffe individuell, einschließlich einer Bewertung gemäß AgBB
  • Einbau von exemplarischen, standardisierten Wandelementen in eine große Prüfkammer
  • Möglichkeiten der Bewertung von Gerüchen in Bauteilmessungen (AgBB) und in der Konstruktion (große Prüfkammer und Realraum)
  • Langzeitverhalten
  • Zuarbeit zu Projektteil des Thünen-Instituts (Handlungsempfehlungen in Bezug auf Geruch und große Prüfkammern)

Ergänzende Informationen finden Sie auf der Projekt-Webseite des Thünen-Instituts.

 

Aufbau von Versuchshäusern am Thünen-Institut

© Thünen-Institut | Saskia Poth

Bauphase von Versuchshäusern am Thünen-Institut

© Thünen-Institut | Saskia Poth

Bauphase von Versuchshäusern am Thünen-Institut

© Thünen-Institut | Saskia Poth

Bauphase von Versuchshäusern am Thünen-Institut

Förderung

Fördermittelgeber:
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft BMEL

 

Projektträger:
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR), FNR-Förderkennzeichen: 22005615

 

Projektpartner:
Thünen-Institut, Industrie

 

Laufzeit:
1.4.2016 bis 31.3.2019