Materialanalytik und Innenluftchemie

Forschungsprojekt

Evaluierung ISO 16000-28: Geruchsemissionen von Bauprodukten im Innenraum

Aufgrund der geringer werdenden Akzeptanz von Endverbrauchern gegenüber ungewöhnlichen oder unbekannten Materialgerüchen bzw. Geruchsquellen in Innenräumen kommt der Bewertung solcher Gerüche eine immer größere Bedeutung zu. Zur Vereinheitlichung der Geruchsbewertung von Bauprodukten im Rahmen von Prüfkammeruntersuchungen wurde der ISO-Standard 16000-28 erarbeitet und im März 2012 verabschiedet. Die sensorische Bewertung nach ISO 16000-28 soll als Kriterium im AgBB-Schema verankert werden. Daher war es das Ziel des Forschungsvorhabens, die Methodik auf deren Eignung in der Praxis mit einem breiten Spektrum an Bauprodukten zu evaluieren.

© Fraunhofer WKI | Marek Kruszewski
Geruchsbewertung

Probleme in Wohninnenräumen werden immer häufiger durch die Wahrnehmung von ungewöhnlichen oder unbekannten Materialgerüchen ausgelöst. Die Wahrnehmung von Gerüchen steht dabei in enger Verbindung mit Emotionen und kann das Wohlbefinden der Raumnutzer beeinflussen. Technologien zur Geruchsbewertung in Innenräumen erlangen daher eine immer größere Bedeutung.

Dennoch fehlen nach wie vor in der Innenraumlufthygiene einheitliche Verfahren und Kriterien für die Geruchsbewertungen. Dies liegt zum einen daran, dass Gerüche sich nicht einfach addieren, sondern die Wechselwirkungen sehr unterschiedlich sein können und somit nicht immer nur die Einzelstoffe für den Geruchseindruck verantwortlich sind. Zum anderen treten die geruchsrelevanten Substanzen oftmals nur in sehr geringen Konzentrationen auf, so dass sie mit den üblichen analytischen Nachweismethoden nicht erfasst werden können.

Alternativ zur chemischen Analyse existieren eine Vielzahl von Methoden zur Geruchsbewertung von Innenräumen bzw. Innenraummaterialien. Diese werden hauptsächlich im nationalen Labeling-Bereich benutzt. Aufgrund der Unterschiede in den Bewertungsverfahren ist jedoch keine direkte Vergleichbarkeit der Ergebnisse gegeben.

In der DIN ISO 16000 - 28 (2010) wird die Durchführung folgender Geruchsbewertungsmethoden von Bauprodukten beschrieben:

  • Akzeptanz
  • Empfundene Intensität
  • Hedonische Wirkung

Bei der Methode der »empfundenen Intensität« zur Geruchsbewertung von Innenraumprodukten müssen mindestens acht trainierte Probanden die Intensität einer Probe mittels Einsatz eines Aceton-Vergleichsmaßstabs bestimmen. Hierbei sollen die Probanden die Intensität einer Probe mit Hilfe der unterschiedlichen Referenz-Konzentrationen einordnen und daraus resultierend deren Geruchsstärke bewerten. Die hedonische Wirkung wird in diesem Zuge ebenfalls beurteilt.

Im Mittelpunkt der Untersuchungen stand die konkretisierte Umsetzung der Methode der empfundenen Intensität des Standards ISO 16000-28. Auf Basis der Resultate des Forschungsprojekts wird auf prüftechnischer Seite ein Vorschlag für eine einheitliche Prüfmethode zur Untersuchung und Bewertung von Geruchsemissionen abgeleitet.