Materialanalytik und Innenluftchemie

Forschungsprojekt

Gaschromatographie-Olfaktometrie

Für die Unterscheidung zwischen geruchsaktiven und geruchsinaktiven Substanzen ist die Gaschromatographie in Kombination mit der Olfaktometrie (GC/O) eine gängige Methode der Geruchsaufklärung. Einzelsubstanzen und komplexe Gemische können mit diesem Verfahren sensorisch untersucht werden. Durch den empfindlichen Detektor »Nase« können Substanzen erkannt werden, bei denen andere Analysenmethoden aufgrund ihrer geringen Nachweisempfindlichkeit an Grenzen stoßen.

© Fraunhofer WKI
Geruchsanalyse mittels GC/O-FID.

Wir setzen die GC/O in der Material- und Innenraumanalytik ein, um Quellen von Geruchsbelästigungen und Fehlgeruchssubstanzen zu identifizieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Untersuchung von verschiedenen Konsumgütern und Materialien mittels GC-O/FID und der Intensitätsbestimmung solcher Produkte mit Hilfe von Emissionsprüfkammermessungen. Somit kann die GC/O zusätzlich zur Prozess- und Produktoptimierung eingesetzt werden.

Instrumentelles und Identifizierung

Die Proben werden in einen Exsikkator (23 °C) oder direkt in eine Emissionsprüfkammer gegeben und Luftproben mit Tenax TA-Adsorptionsröhrchen gesammelt. Die emittierten Stoffe können an dem Analysengerät, der Gaschromatographie-Olfaktometrie gekoppelt mit einem Flammenionisationsdetektor (GC/O-FID), gaschromatographisch analysiert werden. Am Ende der Kapillarsäule wird das Eluat aufgeteilt und mittels Olfactory Detection Port (ODP) direkt mit der Nase und vom FID nahezu parallel detektiert. Die Proben werden wiederholend von mehreren Personen verrochen, um die Subjektivität zu verringern.

Die geruchsaktiven eluierenden Komponenten werden mithilfe einer Spracherkennungssoftware markiert und beschrieben. Die Identifizierung erfolgt durch externe Standardisierung mit den Retentionszeiten und berechneter -indizes der Einzelsubstanzen sowie der Geruchseindruckszuordnung. Dabei wird eine interne Geruchsdatenbank zur Hilfe genommen oder die einzelnen geruchsaktiven Verbindungen direkt als Standards vermessen. Die ODP-Chromatogramme werden außerdem mit aufgenommenen Massenspektren der Proben verglichen.