Qualitätsprüfung und -bewertung

Forschungsprojekt

»OptiGas 2020«
Optimierung der Gasanalyse-Methode zur Bestimmung der Formaldehydabgabe von Holzwerkstoffen

Gemeinsam mit dem Internationalen Verein für Technische Holzfragen e. V. (iVTH) sowie in Zusammenarbeit mit Vertretern der Holzwerkstoffindustrie, aus Normungsgremien und Prüfgeräteherstellern bearbeiten wir das Verfahren zur Bestimmung der Formaldehydabgabe nach der Gasanalyse-Methode ISO 12460-3. Neben der Verkürzung der Prüfzeit sowie einer Optimierung der Analytik stehen die Anwendbarkeit der Gasanalyse-Methode auf andere Holzwerkstoffe wie auch die Implementierung der Erkenntnisse in die Normung im Fokus der Forschungsarbeiten. 

© Fraunhofer WKI | Manuela Lingnau

Gasanalysegerät zur Bestimmung der Formaldehydabgabe nach EN 717-2 bzw. ISO 12460-3

Die Eigenüberwachung von unbeschichteten Span- und Faserplatten hinsichtlich des Formaldehydgehalts erfolgt bisher durch die Perforator-Methode (EN 120). Untersuchungen von emissionsreduzierten Holzwerkstoffen hinsichtlich des Formaldehydgehalts nach EN 120 zeigen jedoch unzureichende Korrelationen zu Ergebnissen auf, die mittels der Referenzmethode (EN 717-1) ermittelt wurden (der Nachweis erfolgte bisher insbesondere für unbeschichtete Spanplatten). Daneben ergab die Sichtung verschiedener Normen mit Vorgaben zur Art der Eigenüberwachung, dass sich neben der Perforator-Methode ebenfalls die Gasanalyse-Methode (EN 717-2) als geeignet erweist (Holz-Zentralblatt Nr. 10/2015, Seite 230). 

Um die Korrelation und Anwendung der Gasanalyse-Methode auf andere Holzwerkstoffe zu überprüfen, untersuchen wir derzeit unbeschichtete Mitteldichte Faserplatten (MDF), Oriented Strand Boards (OSB) und Sperrhölzer unter Berücksichtigung bereits erzielter Ergebnisse aus den ersten beiden Arbeitspaketen »Verkürzung der Prüfzeit« und »Optimierung der Analytik«. Hierüber überprüfen wir die Korrelation zur Kammer-Methode nach EN 717-1. Inwieweit für emissionsarme und modifizierte Holzwerkstoffe eine allgemeingültige oder gar material- und produktspezifische Korrelation besteht, kann erst nach Auswertung aller Ergebnisse beurteilt werden.