Qualitätsprüfung und -bewertung

Forschungsprojekt

Mehr als nur Dämmung – Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen

Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen entlasten die Umwelt, indem sie Ressourcen schonen, und leisten einen bedeutenden Beitrag zur Minderung von CO2-Emissionen. Unter der Leitung des Fraunhofer WKI forscht ein Konsortium aus zwölf Forschungsinstitutionen interdisziplinär an ganzheitlichen Lösungen, um den Einsatz von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen signifikant zu steigern.

© Foto Fraunhofer WKI | Manuela Lingnau

Marktübliche Holzfaserdämmstoffplatten von der Schmalfläche mit unterschiedlichen Nut- und Federprofilen

© Foto Fraunhofer WKI | Manuela Lingnau

Holzfaserdämmstoff als Matte (unten); Zellulosedämmstoff als lose Einblasdämmung (oben links); Holzfaserdämmstoff als lose Einblasdämmung (oben rechts)

© Foto Fraunhofer WKI | Manuela Lingnau

Prüfstand zur Bestimmung der Neigung eines Bauprodukts zum kontinuierlichen Schwelen nach DIN EN 16733

Um Herstellern, Planern und Verarbeitern dieser Dämmstoffe die Anwendbarkeit zu erleichtern, ermitteln die Forscher im Rahmen des Verbundprojekts Materialkennwerte, die z. B. aufwändige Bauteilprüfungen im Schall- und Brandschutz reduzieren. Darüber hinaus wollen die Beteiligten echte Anwendungshemmnisse ausräumen. Dies betrifft beispielsweise Normen und andere baurechtliche Vorschriften, die in Zeiten entstanden, in denen es kaum Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen gab. Daher ist ein weiteres Ziel die Entwicklung von Messverfahren, die die spezifischen Eigenschaften von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen besser berücksichtigen. Um den Zusatznutzen der Dämmstoffe zu demonstrieren, nehmen die Projektbeteiligten auch Nachhaltigkeitsbewertungen vor.

Die sechs Arbeitsbereiche des Projekts »Brandschutz und Glimmverhalten«, »Schallschutz«, »Wärmeschutz«, »Nachhaltigkeitsanalysen«, »Feuchteschutz« und »Emissionen« führen erstmal zu einer ganzheitlichen Betrachtung des Themas. Im Arbeitsbereich Brandschutz erarbeiten die Forscher Parameter zur Berechnung der Feuerwiderstandsdauer bei Konstruktionen mit Dämmstoffen aus NawaRo, ein »B1-Äquivalent« bei Wärmedämmverbundsystemen sowie einen Brandschutzleitfaden für die Gebäudeklassen 4 und 5. Als eigenständige Materialeigenschaft dieser Dämmstoffe untersuchen sie auch das Glimmverhalten. Um das schalltechnische Verhalten von Bauteilen zu beurteilen, ggf. auch rechnerisch zu ermitteln, erarbeiten die Wissenschaftler im Arbeitsbereich Schallschutz entsprechende Primärdaten und Parameter. Im Arbeitsbereich Wärmeschutz untersuchen die Projektpartner die feuchteabhängige Wärmeleitfähigkeit und prüfen Möglichkeiten, diese zu verringern. Bewertungen der Nachhaltigkeit stellen den positiven Zusatznutzen der Dämmstoffe quantifizierbar dar. Im Arbeitsbereich Feuchteschutz erarbeiten die Forscher Methoden, wie Schimmelresistenz material- und anwendungsgerecht untersucht werden kann. Die Projektpartner zeigen im Arbeitsbereich Emissionen, welche Risiken es im Hinblick auf Emissionen gesundheitsbeeinträchtigender oder geruchlich relevanter Stoffe gibt und wie diese ggf. minimiert werden können. Darüber hinaus prüfen sie auch, inwieweit Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen einen Beitrag zur Reduzierung der Schadstoffkonzentration in der Raumluft leisten können.

Projektkonsortium

  • Fraunhofer WKI
  • Institut für Holztechnologie Dresden gGmbh
  • Hochschule Rosenheim (Fakultät für Angewandte Natur- und Geisteswissenschaften)
  • Technische Universität Braunschweig (Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz, Fachgebiet Brandschutz)
  • Hochschule Magdeburg-Stendal
  • Physikalisch-Technische Bundesanstalt
  • Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V.
  • Papiertechnische Stiftung
  • Johann Heinrich von Thünen-Institut (Thünen-Institut für Holzforschung)
  • Universität Stuttgart (Lehrstuhl für Bauphysik, Abteilung Ganzheitliche Bilanzierung)
  • Technische Universität Dresden
  • Materialprüfungsamt Nordrhein-Westfalen

Die Forschungsinstitute arbeiten im Projekt mit zahlreichen namhaften Unternehmen und Verbänden zusammen.

Innerhalb des Fraunhofer WKI sind vier Fachbereiche am Projekt beteiligt:

  • Qualitätsprüfung und –bewertung Profil
  • Projektkoordination

 

  • Verfahrens- und Systemtechnik Holzwerkstoffe Profil
  • Leitung des Arbeitsbereichs »Wärmeschutz«
  • Forschungsarbeit im Arbeitsbereich »Feuchteschutz«

 

  • Materialanalytik und Innenluftchemie Profil
  • Leitung des Arbeitsbereichs »Emissionen«

 

Förderung

Fördermittelgeber:
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

 

Projektträger:
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

 

FNR-Förderkennzeichen:
22011615

 

Laufzeit:
1.12.2016 bis 30.11.2019

Fördermittelgeber:
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

 

Projektträger:
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

 

FNR-Förderkennzeichen:
22011615

 

Laufzeit:
1.12.2016 bis 30.11.2019