Qualitätsprüfung und -bewertung

Aktuelles

29. Januar 2019

Zertifizierung »WKI E1 2020«

Am 26. November 2018 wurden im Bundesanzeiger die neuen Prüfvorgaben für Holzwerkstoffe hinsichtlich Formaldehyd zur Erfüllung der Chemikalien-Verbotsverordnung (ChemVerbotsV) veröffentlicht. Das Fraunhofer WKI bietet auf Basis der kommenden Vorgaben das Zertifizierungsverfahren »WKI E1 2020« an.

Gemäß der »Verordnung über Verbote und Beschränkungen des Inverkehrbringens und über die Abgabe bestimmter Stoffe, Gemische und Erzeugnisse nach dem Chemikaliengesetz« (ChemverbotsV) gelten auch für Holzwerkstoffe in Deutschland besondere Anforderungen hinsichtlich Formaldehyd (vgl. Anlage 1 zu §3, Eintrag 1). Demnach dürfen beschichtete und unbeschichtete Holzwerkstoffe (Spanplatten, Tischlerplatten, Furnierplatten und Faserplatten) nicht in den Verkehr gebracht werden, wenn die durch den Holzwerkstoff verursachte Ausgleichskonzentration des Formaldehyds in der Luft eines Prüfraumes 0,1 ml/cbm (ppm) überschreitet.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und nukleare Sicherheit (BMU) gibt für die im Gesetz benannten Stoffe oder Stoffgruppen die analytischen Verfahren für Probenahmen und Untersuchungen bekannt.  

Am 26. November 2018 hat das BMU die neuen Prüfvorgaben für Holzwerkstoffe hinsichtlich Formaldehyd zur Erfüllung der ChemVerbotsV im Bundesanzeiger veröffentlicht. Sie finden die Bekanntmachung auf der Website des Bundesanzeigers, wenn Sie in die Suchmaske die Stichwörter »ChemverbotsV« und »Anlage 1«  eingeben:

Zur Website des Bundesanzeigers

Die bisher geltenden Prüfverfahren und Grenzwerte, die im Bundesgesundheitsblatt 34 vom Oktober 1991 zu finden sind, werden ab dem 1.1.2020 durch diese neuen Vorgaben ersetzt.

Als Referenzverfahren ist die Kammer-Methode EN 16516 mit besonderen Vorgaben zur Produktbeladung (1,8 m²/m³) vorgesehen. Prüfungen nach Kammer-Methode EN 717-1 können weiterhin erfolgen, allerdings sind die Prüfergebnisse mit dem Faktor 2 zu multiplizieren (sogenanntes »zusätzliches Verfahren«).

Für Prüfmethoden, die derzeit in der Eigenüberwachung angewandt werden (Perforator- und Gasanalyse-Methode) wurden keine allgemeingültigen Grenzwerte vorgegeben. Produktspezifische Herstellerkorrelationen sollen zukünftig dazu dienen, die Holzwerkstoffe im Rahmen der werkseigenen Produktionskontrolle (WPK) zu bewerten.

Ebenso sind die Methoden der werkseigenen Produktionskontrolle nicht vorgegeben. Es könnten daher verschiedenste Prüfverfahren (z. B. EN, ISO, ASTM, JIS) Anwendung finden, vorausgesetzt eine Korrelation zum Kammerverfahren wurde nachgewiesen und ein produktspezifischer Grenzwert berechnet.

Das Fraunhofer WKI bietet daher auf Basis der kommenden Vorgaben das Zertifizierungsverfahren »WKI E1 2020« an.

Im Fokus des neuen Zertifizierungsverfahrens steht das Kammerprüfverfahren, wobei hier optional EN 16516 oder EN 717-1 angewandt werden kann. Die Methode zur Eigenüberwachung im Herstellerlabor wird in Abstimmung mit dem Herstellwerk festgelegt und hat eine Erstkorrelation mit mindestens fünf Datenpaaren als Grundlage.

Die Fremdüberwachung ist hierbei in unbeschichtete und beschichtete (hier: Melaminbeschichtung) Holzwerkstoffe differenziert.

  Holzwerkstoffe

WKI E1 2020

unbeschichtet

WKI E1 2020

beschichtet*

Prüfmethode Referenz    
Klassifizierung    

EN 717-1

EN 16516 (UBA)

EN 717-1

EN 16516 (UBA)

Korrelation WPK/Kammerverfahren pro Produkt  ja nein
WPK-Methode   wählbar wählbar
Erstkorrelation mit QCL-Berechnung

Berücksichtigung aller Dickenbereiche

(min. 5 Datenpaare; 1 Prüfung pro DB)

Berechnung des produktspezifischen Grenzwertes (QCL) -
Fremdüberwachung Inspektion pro Jahr 1x -
Anzahl Prüfungen pro Jahr 4x 1x
Prüfungen pro Produkt über alle Dickenbereiche

Berücksichtigung der Dickenbereiche

Berücksichtigung der Dickenbereiche

Prüfmethode WPK   Korrelation erforderlich Korrelation nicht erforderlich
Dokumente  
  • Zertifikat
  • Bescheinigung
  • Inspektionsbericht
  • Prüfbericht
  • -
  • Bescheinigung
  • -
  • Prüfbericht

WPK: Werkseigene Produktionskontrolle

DB: Dickenbereiche gemäß Richtlinie »DIBt 100«

* hier: Melaminbeschichtung; andere Beschichtungen wie unbeschichtete Platten