Fraunhofer WKI begrüßt »International Climate Protection Fellow« Dr. Kusum Saini
Das Fraunhofer WKI heißt Dr. Kusum Saini als »International Climate Protection Fellow« der Alexander von Humboldt-Stiftung herzlich willkommen. Während ihres Forschungsaufenthalts von März 2026 bis Ende Februar 2028 wird Dr. Saini am Fraunhofer WKI innovative Ansätze zur Entwicklung von biokompatiblen Baustoffen aus landwirtschaftlichen Abfällen erforschen.
Dr. Saini erwarb ihren Doktortitel im Bauingenieurwesen am Indian Institute of Technology Delhi, wo sie sich auf strukturelles Ingenieurwesen und nachhaltige Baustoffe spezialisierte. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit umweltfreundlichen und widerstandsfähigen Baumaterialien, darunter natürliche faserverstärkte Verbundwerkstoffe. Am Fraunhofer WKI wird Dr. Saini das Forschungsprojekt »Feuerbeständige Biokomposite aus landwirtschaftlichen Abfällen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen« bearbeiten.
Die Bauindustrie ist für 13 bis 15 Prozent der jährlichen Treibhausgasemissionen verantwortlich. In vielen Ländern trägt darüber hinaus das Verbrennen von Stoppeln erheblich zu den Treibhausgasemissionen und zur Luftverschmutzung bei und verschärft damit die Klima- und Gesundheitskrise. Um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, ist es von entscheidender Bedeutung, Strategien zu erforschen, die sowohl die Emissionen der Bauindustrie sowie die durch das Verbrennen von Stoppeln verursachten Emissionen reduzieren.
Die Verwendung von landwirtschaftlichen Abfällen in Biokompositen als Ersatz für herkömmliche Baumaterialien ist eine vielversprechende Lösung, um die Luftverschmutzung zu verringern, Bau- und Landwirtschaftsabfälle zu reduzieren und den Klimawandel zu bekämpfen. Die potenziellen Anwendungsmöglichkeiten von Biokompositen für die bautechnische Verstärkung, für Bauteile und als Alternative zu Holzwerkstoffen sind jedoch noch unzureichend erforscht.
Darüber hinaus gibt es nur wenige Standardverfahren und Konstruktionsrichtlinien für Biokomposite und deren Verhalten unter extremen Gefahrenbedingungen. Die Beseitigung dieser Einschränkungen ist entscheidend, um katastrophale Ausfälle zu verhindern und das Potenzial von Biokompositen für eine nachhaltige zivile Infrastruktur auszuschöpfen.
Das Projekt von Dr. Saini zielt darauf ab, neuartige Biokomposit-Bauteile zu entwickeln, die auch unter Brand- und extremen Wetterbedingungen ausreichend stabil und funktionsfähig sind. Die vorgeschlagenen Biokomposite werden aus landwirtschaftlichen Abfällen hergestellt, z. B. aus Weizenstroh, Reisstroh, Flachs und Hanf, und mit polymeren und sogar biobasierten Bindemitteln verstärkt. Die für modulare Strukturen am besten geeigneten Biokomposite werden anhand ihrer Leistungsfähigkeit und ihrer Umweltauswirkungen ermittelt.
Dr. Saini möchte die Forschung zu Biokompositen aus landwirtschaftlichen Abfällen ausweiten, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und zu erschwinglichem Wohnraum beizutragen. Forschende rund um Professor Dr. Libo Yan, Fachbereichsleitung am Fraunhofer WKI, werden Dr. Saini in ihrer Forschungstätigkeit unterstützen.
Letzte Änderung:
Fraunhofer-Institut für Holzforschung