Presseinformation

Workshop »Biocomposites for Technical Applications« in Kanada

Braunschweig / 29.11.2018

Die Erarbeitung neuer Herstellungsmethoden von Biokunststoffen, die Vermeidung von Plastikabfällen in den Weltmeeren und die Kommerzialisierung neuer Produkte auf Basis nachwachsender Rohrstoffe für technische Anwendungen standen im Fokus des internationalen Workshops »Biocomposites for Technical Applications« in London, Kanada. Der Workshop wurde vom Fraunhofer Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut, WKI und der Hochschule Hannover ausgerichtet.

© Fraunhofer WKI | Madina Shamsuyeva

Teilnehmende des Workshops »Biocomposites for Technical Applications« in Kanada.

Über 30 Vertreter der kanadischen Wirtschaft, Politik und Industrie diskutierten auf Einladung der Forschenden vom Anwendungszentrum für Holzfaserforschung HOFZET® des Fraunhofer WKI und des Instituts für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe IfBB über aktuelle und zukünftige Herausforderungen im Bereich Biopolymere, Biokunststoffe, Naturfasern sowie biobasierter Verbundwerkstoffe.

Die Schwerpunkte der Vortragsreihe lagen auf der Entwicklung und Kommerzialisierung neuer Produkte auf Basis nachwachsender Rohstoffe für technische Anwendungen, beispielsweise in der Automobil- oder Verpackungsindustrie. Außerdem wurde die Entwicklung neuer Technologien zur Herstellung, Verarbeitung und Prüfung von Biopolymeren und Bioverbundwerkstoffen mit optimierten materialspezifischen Eigenschaften präsentiert. Die aktive Teilnahme der Industrievertreter förderte Diskussionen über die Marktsituation in Kanada und Deutschland. Wichtige Punkte des Workshops waren unter anderem die Erarbeitung neuer Herstellungs- und Verarbeitungsmethoden der verschiedenen biobasierten Polymerwerkstoffe, sowie effektive Entsorgung bzw. Recycling weltweit. Eine besondere Rolle spielte die Diskussion um den Abfall in den Weltmeeren: Nicht nur Abfallquellen und Lösungsansätze, sondern auch internationale Standards der Klassifizierung von eingesetzten Recycling-Szenarien und ein globales Wording rund um die Thematik lösten eine rege Diskussion unter den Teilnehmenden aus.

Neben den inhaltlichen Aspekten wurden während des Workshops auch Förderprogramme vorgestellt, die die deutsch-kanadische Zusammenarbeit bei Forschungsprojekten unterstützen. Ansprechpartner der Förderorganisationen nahmen am Workshop teil und beantworteten während der Diskussionen oder in persönlichen Gesprächen die Fragen der Teilnehmenden.

Organisiert wurde der Workshop vom Fraunhofer Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut, WKI gemeinsam mit der Hochschule Hannover, dem Fraunhofer Project Centre at Western University und GreenCentre Canada. Fördermittelgeber der Veranstaltung war das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über die Förderprogramme »Ländertage des BMBF«. Projektträger war das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Der Workshop ist Teil der wachsenden Forschungsaktivitäten des Fraunhofer WKI mit kanadischen Partnern. Aus der Zusammenarbeit resultieren beispielweise regelmäßige Mitveranstaltung des »International Symposium on Bioplastics, Biocomposites and Biorefining ISBBB« mit der University of Guelph. Außerdem arbeiten Forschende des Fraunhofer WKI gemeinsam mit der University of Guelph an dem BMBF-Projekt »DeFiCoat«, dessen Ziel die Erhöhung der thermischen Stabilität von Naturfasern ist.

Die positive Resonanz des Workshops stärkt die Zusammenarbeit zwischen deutschen und kanadischen Forschenden. Dadurch konnte eine wertvolle Basis für bilaterale Forschungsprojekte geschaffen werden, in denen die Forschenden gemeinsam international aktuelle Fragestellungen bearbeiten können.