Presseinformation

6. Innovationsworkshop Holzwerkstoffe 2017 im Rahmen der Interzum

Braunschweig / 18.7.2017

Am 15. Mai 2017, dem Vortag der Messe Interzum, veranstaltete der Verband der deutschen Holzwerkstoffindustrie VHI e.V. auch in diesem Jahr gemeinsam mit dem Fraunhofer WKI und dem ihd sowie der Kölnmesse einen Innovationsworkshop zu Holzwerkstoffen. Im Mittelpunkt der Tagung stand ein Blick auf ausgewählte Forschungsvorhaben und Anwendungen. Die rund 100 Teilnehmenden kamen größtenteils aus den Branchen Holzwerkstoffe, Möbel und Innenausbau.

© Fraunhofer WKI | Bettina Meyer

Impression vom 6. Innovationsworkshop, Köln 2017

Aufgeteilt war der Workshop in die Blöcke »Oberfläche«, »Verfahrensoptimierung« und »Werkstofftrends«. Drei Expertinnen des Fraunhofer WKI hielten Vorträge im Tagungsblock »Verfahrensoptimierung«. Darüber hinaus moderierte der Leiter des Fachbereichs Qualitätsprüfung und -bewertung QA, Harald Schwab, die Sektion »Oberfläche«. Plenarvorträge eröffneten die Tagung, während sich die Teilnehmenden bei einem Televoting zum Ende der Konferenz interaktiv beteiligen und ihre Meinungen zu verschiedenen Fragestellungen abgeben konnten.

Bettina Meyer vom Fachbereich QA trug zum Projekt OptiGas 2020 vor. Unter dem Titel »Modifikation / Verbesserung der Gasanalyse-Methode zur Bestimmung der Formaldehydabgabe von Holzwerkstoffen« stellte Meyer Ergebnisse des Forschungsprojekts vor, die insbesondere eine Verkürzung der Prüfzeit, eine Modifizierung und Optimierung der Analytik und die Anwendung auf andere Holzwerkstoffe, speziell unbeschichtete Holzwerkstoffe, betreffen. Dabei ist es den Forschern im Rahmen des Projekts gelungen, die Prüfzeit auf minimal zwei, bzw. maximal drei Stunden zu reduzieren. Damit ist die verwendete optimierte Methode bezogen auf die Gesamt-Prüfzeit inklusive Auswertung der Prüfergebnisse deutlich schneller als die bisher angewandte Perforator-Methode. Darüber hinaus ermöglicht die Direktvorlage von Acetylaceton-Reagenzlösung eine vereinfachte Analyse und Handhabung. Die Korrelation der Referenzmethode EN 717-1 Kammer zum Gasanalysewert bestätigt einen guten Zusammenhang auch für neue Daten. Die Wissenschaftler erreichten damit das Projektziel, das Prüfverfahren zu optimieren und so die Sicherheit in der Produktionskontrolle zu erhöhen.

Dr. Heike Pecher vom Fachbereich QA und Dr. Claudia Schirp vom Fachbereich Oberflächentechnologie OT referierten in einem Tandem-Vortrag zu formaldehydarmen Dispersionsklebstoffen. Sie stellten die Ergebnisse aus dem vom BMEL über die FNR geförderten Projekt »PVAc-Zucker-Klebstoff« vor, das noch bis 31.Oktober 2018 läuft. Ziel des Projekts ist es, so genannten Weißleim, chemisch: Polyvinylacetat, mit nachwachsenden Rohstoffen auf Zuckerbasis als Klebstoff für die Holzwerkstoffherstellung zu optimieren. Im Rahmen des Projekts konnten die Forscher erfolgreich mit dem entwickelten Klebstoff Spanplatten, MDF und Sperrholz produzieren. Die mechanischen Eigenschaften der Spanplatten sind dabei vielversprechend. Weiterhin emittiert der im Projekt hergestellte Klebstoff deutlich weniger Formaldehyd als eingesetzte Aminoplastharze und NMA-modifizierte Polyvinylacetate. Die Formaldehydemission des Klebstoffs liegt dabei unter 0,1 ppm.