Presseinformation

Vorstellung der Forschungsergebnisse zu PLA-Abfällen im Abfallstrom

Hannover / 28.11.2017

Biobasierte Produkte, insbesondere als Verpackungsmaterialien, finden sich immer häufiger in den Verkaufsregalen und damit auch immer häufiger im Abfall. Das stellt unsere Recyclingsysteme vor neue Herausforderungen. Viele Abfall-Entsorger befürchten, dass biobasierte Kunststoffe die etablierten Verwertungswege stören. Dazu gab es allerdings bisher nur wenige fundierte Untersuchungen. Die umfassenden Arbeiten des Fraunhofer WKI und der Projektpartner zeigen, dass es verschiedene Optionen für ein getrenntes PLA-Recycling gibt. Das Anwendungszentrum für Holzfaserforschung HOFZET® des Fraunhofer WKI hat sich als Teil des Forschungsverbunds »Nachhaltige Verwertungsstrategien für Produkte und Abfälle aus biobasierten Kunststoffen« des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), gemeinsam mit sieben Partnern aus Wissenschaft und Industrie über drei Jahre mit diesem Thema beschäftigt. Die Empfehlungen für die abfallwirtschaftliche Behandlung von Biokunststoffen werden jetzt, im Rahmen der 12. European Bioplastics-Konferenz, erstmals vorgestellt.

Die Anzahl und die Vielfalt von Produkten aus biobasierten Kunststoffen steigen insbesondere im Bereich der Verpackungen seit Jahren kontinuierlich an. Auch die weiteren Marktprognosen sind überaus positiv. Biobasierte Kunststoffe werden in Zukunft zu einem mengenmäßig relevanten Bestandteil unserer Wirtschaftskreisläufe werden. Auch wenn das Recycling von biobasierten Verpackungen aufgrund fehlender Masse derzeit noch nicht rentabel ist, müssen wir heute schon die Möglichkeiten für das werkstoffliche Recycling ausloten, um zukünftigen Verwertungserfordernissen gerecht zu werden.

Aus diesem Anlass hat sich das HOFZET® gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie in einem vom BMEL geförderten Projekt mit dem Thema »Nachhaltigen Verwertungsstrategien für Produkte und Abfälle aus biobasierten Kunststoffen« beschäftigt.
Zu den Projektpartnern gehören:

Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP)

Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV)

Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT)

Fraunhofer-Institut für Holzforschung (WKI)

Hochschule Hannover, IfBB - Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe

Knoten Weimar

Technische Universität Chemnitz, Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung (SLK)

Bösel Plastic Management GmbH

Das Hauptziel der Forschungsarbeiten war die Erarbeitung von Strategien für ein werkstoffliches Recycling von industriellen und Post-Consumer-Abfällen aus biobasierten Verpackungen im etablierten Kunststoff-Verwertungssystem. Dabei lag der Fokus auf Verwertungsoptionen für den biobasierten Kunststoff Polymilchsäure (PLA). Im Teilprojekt des HOFZET® haben sich die Forschenden mit der Anpassung eines lösemittelbasierten PLA-Recyclingprozess, mit dem Ziel der Gewinnung hochwertiger PLA-Rezyklate aus heterogenen PLA-haltigen Post-Consumer-Abfällen, auseinandergesetzt. PLA gehört zu den chemisch neuartigen Biokunststoffen und wird häufig im Verpackungsbereich eingesetzt. Die Entsorgungsbranche äußert allerdings immer wieder Bedenken, dass PLA das etablierte Kunststoffrecycling stören könnte.

Die umfassenden Arbeiten des Fraunhofer WKI und der Projektpartner zeigen, dass es verschiedene Optionen für ein getrenntes PLA-Recycling gibt. Die wichtigsten Forschungsergebnisse haben wir gemeinsam zu einem Ergebnispapier »PLA-Abfälle im Abfallstrom« zusammengestellt. Dieses Papier liefert eine gute Grundlage für die Einbindung von PLA-Abfällen in die etablierten Recyclingströme. Damit kommt das Papier genau zum richtigen Zeitpunkt: Zum 1. Januar 2019 wird die Neuregelung des Verpackungsgesetzes in Kraft treten, mit der u. a. eine verstärkte Verwendung von Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen angestrebt wird.

Vorgestellt wird das Ergebnispapier erstmalig auf der 12. European Bioplastics-Konferenz, die am 28. und 29. November 2017 in Berlin stattfindet.