Geruch und Sensorik

Geruchsbewertung/Geruchsanalyse

© Fraunhofer WKI | M. Lingnau

Ob ein Nutzer mit einem Bauprodukt, einem Werkstoff oder einem Einrichtungsgegenstand zufrieden ist oder sich in einem Raum wohlfühlt, hängt auch mit geruchsaktiven Emissionen zusammen. Störgerüche können dadurch entstehen, dass chemische, geruchsaktive Substanzen bereits in sehr geringen Konzentrationen durch den Menschen wahrgenommen werden können.

Wir untersuchen Fehlgerüche (Geruchsbeschwerden) in Innenräumen, identifizieren geruchsaktive Substanzen und ordnen diese möglichen Emissionsquellen zu. Hierzu führen wir Emissionsuntersuchungen an Werkstoffen und Innenraummaterialien unter kontrollierten Bedingungen in Prüfkammern durch. Ergänzend können sensorische Geruchsbewertungen direkt vor Ort in realen Innenräumen erfolgen.

Geruchsbewertungen - Quantitative Erfassung von Geruchsemissionen

Wir erfassen und bewerten die Geruchsemissionen von Bauprodukten, Bedarfsgegenständen, Innenraummaterialien und Materialien für den Fahrzeuginnenraum. Je nach Anwendungsfall erfolgt die humansensorische Bewertung der Geruchsemissionen durch trainierte und/oder naive Probandengruppen anhand der nachfolgenden Geruchsparameter:

  • Empfundene Intensität 
  • hedonische Wirkung
  • Akzeptanz
  • Intensität
  • Zumutbarkeit
  • Geruchscharakterisierung

Wir bewerten Gerüche nach nationalen und internationalen Standards:

  • DIN ISO 16000-28: Innenraumluftverunreinigungen – Bestimmung der Geruchsstoffemissionen aus Bauprodukten mit einer Emissionsprüfkammer - akkreditierte Prüfung: Empfundene Intensität, hedonische Wirkung, Akzeptanz
  • VDI 4302 Blatt 1: Geruchsprüfung von Innenraumluft und Emissionen aus Innenraummaterialien – Grundlagen: Empfundene Intensität, Intensität (Kategorienskala), hedonische Wirkung, Akzeptanz
  • AgBB (Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten) – Bewertung der empfundenen Intensität
  • Blaue Engel: Prüfung emissionsarmer Produkte nach Kriterien des »Blauen Engels« DE-UZ-… z. B. DE-UZ 38, DE-UZ 76, DE-UZ 117, DE-UZ 119, DE-UZ 176
  • RAL GZ 430 (Gütezeichen »Das goldene M«) - Intensitätsbestimmung
  • Finnisches M1-Label (M1 Finnish emission classification of building materials and furniture) – Bewertung der Akzeptanz
  • DICL (Danish Indoor Climate Label) – Bewertung der Akzeptanz
  • VDA 270 – Bestimmung des Geruchsverhaltens von Werkstoffen der Kraftfahrzeug-Innenausstattung
  • PV 3900 – Intensitätsbestimmung für Bauteile des Fahrzeuginnenraums
  • DIN ISO 12219-7 - Innenraumluft von Straßenfahrzeugen - Teil 7: Geruchsbestimmung in der Innenraumluft von Straßenfahrzeugen und der Emissionsprüfkammerluft von Bestandteilen der Innenausstattung durch olfaktorische Messungen

Geruchsanalyse – Qualitative Erfassung von Geruchsemissionen GC/O

Die qualitative Erfassung von Störgerüchen/Fehlgerüchen von Bauprodukten, Bedarfsgegenständen, Innenraummaterialien und Materialien für den Fahrzeuginnenraum erfolgt mittels GC/O.

Hierfür verfügen wir über einen Gaschromatographen mit Olfaktometrie-Port (GC/O). Geruchliche Auffälligkeiten werden während der Trennung des Substanzgemisches auf der chromatographischen Säule markiert und der Geruchseindruck dokumentiert. Die Messungen erfolgen durch sensorisch geschultes Personal.

In Kombination mit instrumentellen Verfahren, insbesondere der Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS), lassen sich geruchsaktive Einzelverbindungen identifizieren und möglichen Emissionsquellen zuordnen. Die GC/O ermöglicht damit insbesondere die Erfassung von Substanzen, die bereits in sehr niedrigen Konzentrationen geruchlich relevant sind, obwohl sie analytisch nur in geringen Mengen vorliegen.