Qualitätsprüfung und -bewertung

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24. Juni 2021

Fraunhofer WKI unterstützt Hersteller von Bauprodukten bei der UKCA-Kennzeichnung

Das Fraunhofer WKI kooperiert mit der britischen Zertifizierungsstelle British Board of Agrément (BBA) hinsichtlich der UKCA-Kennzeichnung für Bauprodukte. Damit erleichtert das Fraunhofer WKI Unternehmen aus der Bauindustrie den Zugang zum britischen Markt nach dem Brexit.

Die Computergrafik zeigt eine einfache geografische Darstellung Großbritanniens und einen Stempel mit der Aufschrift »UKCA-Kennzeichnung«.
© Fraunhofer WKI | Manuela Lingnau

Mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU haben sich auch die Handelsbedingungen für Bauprodukte zwischen der EU und Großbritannien geändert. Bislang konnten alle Bauprodukte mit der sogenannten CE-Kennzeichnung gehandelt werden. Übergangsweise ist die Regelung auch 2021 noch gültig. Ab 2022 dürfen in Großbritannien nur noch Bauprodukte mit UKCA-Kennzeichnung in den Verkehr gebracht werden. Hersteller, die in die EU und nach Großbritannien exportieren wollen, benötigen künftig also eine CE- und eine UKCA-Kennzeichnung. 

Durch eine Kooperation mit der BBA wird der Erhalt der UKCA-Kennzeichnung für Kunden des Fraunhofer WKI vereinfacht. »Wir bieten allen Kunden durch diese Kooperation eine unkomplizierte Abwicklung der Formalitäten zum Erhalt der UKCA-Kennzeichnung an. Bei Bedarf beraten wir unsere Kunden dazu gern«, so Dipl.-Ing. Harald Schwab, Leiter der Prüf-. Überwachungs- und Zertifizierungsstelle (PÜZ-Stelle) des Fraunhofer WKI. Fragen zum Prozess können an qa-info@wki.fraunhofer.de gesendet werden. 

 

PÜZ-Stelle am Fraunhofer WKI

Das Fraunhofer WKI trägt mit seiner Forschung entscheidend dazu bei, dass Baustoffe, Fahrzeuge und viele andere Produkte zunehmend aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Damit diese Innovationen auf dem Markt ankommen und zu weiteren Forschungskooperationen führen, entwickelt das Fraunhofer WKI auch Methoden zur Ermittlung von Materialkennwerten für nachhaltige Materialien, engagiert sich bei deren Normung, entwickelt passende Prüfverfahren und unterhält eine eigene PÜZ-Stelle.

In der PÜZ-Stelle werden akkreditierte Prüfungen zur Formaldehydabgabe sowie zu Oberflächen- und mechanischen Eigenschaften von Holz, Holzwerkstoffen und daraus hergestellten Produkten durchgeführt. Außerdem wird gemäß DIN-, EN- und ISO-Standards geprüft. Das Institut ist als Prüfstelle gemäß ISO/IEC 17025 durch die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) akkreditiert. Die Übereinstimmungen der werkseigenen Produktionskontrolle mit den normativen Anforderungen für den europäischen, amerikanischen, japanischen und britischen Markt können hier ebenso geprüft werden. Des Weiteren werden Bauprodukte nach der Bauproduktenverordnung für den europäischen Markt und Holzwerkstoffe hinsichtlich Formaldehyd für Europa, Amerika und Japan zertifiziert. Das Institut ist hierfür ebenfalls als Zertifizierungsstelle gemäß ISO/IEC 17065 durch die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) akkreditiert.

 

Zum Hintergrund des Fraunhofer WKI

Nachhaltigkeit durch Nutzung nachwachsender Rohstoffe steht seit 75 Jahren im Fokus des Fraunhofer WKI. Das Institut mit Standorten in Braunschweig, Hannover und Wolfsburg ist spezialisiert auf Verfahrenstechnik, Naturfaser-Verbundkunststoffe, Bindemittel und Beschichtungen, Holz- und Emissionsschutz, Qualitätssicherung von Holzprodukten, Werkstoff- und Produktprüfungen, Recyclingverfahren sowie den Einsatz von organischen Baustoffen und Holz im Bau. Nahezu alle Verfahren und Werkstoffe, die aus der Forschungstätigkeit hervorgehen, werden industriell genutzt.